Küchenabfälle in die Biotonne

„Leider landen immer noch viel zu viele Küchenabfälle in der Restmülltone, wie unsere Kontrollen zeigen“, beklagt Friedbergs Erster Stadtrat Peter Ziebarth (CDU). Um das zu ändern, beteiligt sich die Kreisstadt – wie neun weitere Wetterauer Städte und Gemeinden – an der landesweiten Initiative „Küchenabfälle gehören in die Biotonne“ des Hessischen Umweltministeriums. Angesprochen werden die Bürger an der Quelle: In den Lebensmittelabteilungen der Supermärkte. 

Moderne Sortierbehälter für Bioabfall und Papier-Biotüten präsentieren Vertreter der Stadt Friedberg: Peter Ziebarth (Erster Stadtrat), Hans-Peter Schad, Jörg Morick, REWE-Marktmanager Michael Dursun und Dr. Jürgen Roth, Betriebsleiter der Abfallwirtschaft Wetterau

Die Handelskette REWE beteiligt sich an der Aktion. Regelmäßig informiert der Abfallberater der Stadt Friedberg Hans-Peter Schad im REWE-Markt im Krämer 7 die Kunden über den richtigen Umgang mit Küchenabfällen. Das Umweltministerium stellt dafür eine Info-Säule bereit, die Wetterauer Abfallwirtschaft beteiligt sich an den Kosten. An der Säule gibt es Papiertüten und Behälter zu kaufen zum Sortieren der Abfälle. „Die Aktion wird von den Kunden sehr gut angenommen und schafft ein neues Bewusstsein in der Bevölkerung für das Thema Biomüll“, berichtet REWE-Marktmanager Michael Dursun. Für die Aktion entwickelten die Designer der Firma Koziol eigens das als Designobjekt gestaltete Sammelgefäß BiOTONi, das es für zehn Euro im REWE-Markt zu kaufen gibt, sowie Papiertüten und einen Einwickelblock in Trendfarben.

„Küchenabfälle sind ein wertvoller Rohstoff. Wir produzieren daraus Strom für 1500 Haushalte und wertvollen Kompost“, sagt der Leiter der Wetterauer Abfallwirtschaft Dr. Jürgen Roth. Im Humus- und Erdenwerk der Abfallwirtschaft bei Niddatal-Ilbenstadt wird aus den organischen Abfällen in einer Biogasanlage Gas erzeugt, das in einem Blockheizkraftwerk zu Strom verarbeitet wird. Anschließend wird der Abfall kompostiert, um daraus Kompost für die Landwirtschaft und den Hausgarten und Blumenerde zu gewinnen.

„Die Biotonne ist auch für Haushalte interessant, die einen eigenen Komposthaufen im Garten haben, denn Speisereste werden in der Regel nicht auf den Komposthaufen geworfen, weil sie Ungeziefer anlocken. In der Biotonne sind sie aber bestens aufgehoben“, erklärt Roth. Noch ist die braune Tonne für die Bioabfälle in der Wetterau sehr unterschiedlich verbreitet. In manchen Kommunen sind weniger als 50 Prozent der Haushalte angeschlossen, im besten Fall sind es 97 Prozent. Mit 125 Kilogramm eingesammelten Bioabfall und Grünabfall pro Kopf und Jahr liegt der Wetteraukreis im Landesdurchschnitt, aber es gibt auch Landkreise in denen die Sammelmenge deutlich höher liegen.

„Ärgerlich sind für uns die vielen Plastiktüten, die in die Biotonne geworfen werden. Die müssen wir aufwendig wieder aussortieren, weil sie sich nicht zersetzen. Das betrifft auch die kompostierbaren Tüten aus Biokunststoffen, denn die zersetzen sich in unserer Anlage viel zu langsam“, sagt Roth.

Die Stadt Friedberg bietet ihren Bürgern  Papiertüten für die Küchenabfälle an, 50 Stück zum Selbstkostenpreis von 3,50 Euro. „Wir wollen so helfen, Kunststofftüten aus der Biotonne fern zu halten“, sagt Stadtrat Ziebarth. „Die Küchenabfälle können auch einfach in Zeitungspapier eingewickelt werden“, ergänzt Birgit Simon, Abfallberaterin der Wetterauer Abfallwirtschaft.

 

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