Recyclinghof Friedberg zieht um

Bis zu 500 Kunden kommen täglich um Papier, Sperrmüll und Wertstoffe abzuliefern. Mit einer Grundfläche von 2.000 Quadratmetern ist der Recyclinghof heute vollkommen überlastet. Teilweise meiden private Haushalte den Recyclinghof und weichen auf andere Recyclinghöfe in Rosbach, Echzell oder Butzbach aus.

„Wenn wir den Betrieb ohne Veränderungen so weiterführen würden, würde das zwangsläufig zu Einschränkungen von Leistungen führen“, argumentiert der Dezernent für Abfallwirtschaft Schäfer. „Dann könnte es dazu kommen, dass kein Grünschnitt mehr angenommen wird, kein Altholz oder kein Bauschutt. Die damit einhergehenden Gebühreneinnahmen und Mengenausfälle stehen allerdings kontraproduktiv zum Konzept der Recyclinghöfe, die einst eingerichtet wurden, um den Bürgerinnen und Bürgern einfache und wohnortnahe Möglichkeiten zur Entsorgung ihrer Abfälle zu geben, um eine sortenreine Erfassung von Wertstoffen zu ermöglichen und „wilde Entsorgung in die Landschaft“ zu minimieren, so Schäfer weiter.

Erfolgsmodell Recyclinghöfe spart Kosten für Kommunen

Bisher war das auch sehr erfolgreich. Der Mengendurchsatz in den Recyclinghöfen hat sich in den vergangenen sechs Jahren von 15.000 Jahrestonnen auf über 31.000 Jahrestonnen mehr als verdoppelt. Parallel dazu konnten durch die Sperrmüllerfassung im Bringsystem den Kommunen erhebliche Kosten bei der Straßensammlung erspart werden. „Treibende Idee dahinter ist, dass für den Standort Friedberg/Bad Nauheim mit rund 65.000 Einwohnern ein Recyclinghof unverzichtbar ist und wir dringend eine Kapazitätserweiterung schaffen wollen“, führt Schäfer aus.

„Wir werden, sofern der Kreistag zustimmt, deshalb ein Grundstück auf dem Gelände der ehemaligen Wetterauer Getränkeindustrie in einer Größe von knapp 9.500 Quadratmetern kaufen und hier einen neuen Recyclinghof einrichten. Da die Kernfläche des Grundstücks mit 6.500 Quadratmetern bereits schwerlastfähig befestigt ist, sind schon wesentliche Voraussetzungen für eine zügige Umsetzung gegeben. Mein Ziel ist es, den Betrieb des Recyclinghofes für spätestens im Frühjahr 2019 aufzunehmen, möglichst aber noch im Laufe des kommenden Jahres“, beschreibt Schäfer das Projektziel. „Wir haben mit Herr Dr. Roth einen erfahrenen und überaus kompetenten Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes. Bei allen Unwägbarkeiten, die in jedem Projekt schlummern, bin ich zuversichtlich, dass wir mit diesem Team unser Ziel erreichen werden“, so der zuständige Dezernent Schäfer abschließend.

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